Ein Blick in die digitale Welt von MMP

«Wir öffnen die Türen!» Vergangenen Samstag haben die FH Graubünden und die Somedia Interessierte gemeinsam eingeladen, die Welt der Bündner Medienschaffenden kennenzulernen. Bei traumhaftem Herbstwetter tummelten sich hunderte Besucher den ganzen Tag im Medienhaus, um für einmal einen Blick hinter die Kulissen zu erhaschen.

«Welcome!» Wer am «Tag der offenen Tür» vorbeischaute, wurde von Pepper begrüsst – einem sprechenden Roboter, der mittlerweile von keiner öffentlichen Veranstaltung der FH Graubünden mehr wegzudenken ist und sich den Status als inoffizielles Maskottchen der Fachhochschule längst verdient hat. Er und sein kleiner, tanzender Sidekick Nao sind Symbole der digitalen Welt, in der wir heute leben – und mit der sich der Studiengang «Multimedia Production» (kurz MMP) tagtäglich befasst. 

Öpis mit Medie

«Was studierst du eigentlich?» Als MMP-Student eine gute, auf den Punkt gebrachte Antwort auf diese Frage bereit zu haben, ist nicht ganz einfach. Das liegt in erster Linie daran, dass das Studium eine Grundausbildung in allen möglichen Aspekten der Medien bietet. Ein Multimedia Produzent ist ein Generalist, ein Allrounder. Das klingt allerdings nicht so prickelnd. «Öpis mit Medie,» lautet also die nichts-aussagende Standard-Beschreibung des Studiengangs. Genau das soll sich dank dem «Tag der offenen Tür» von nun an ändern.

Ziel der Veranstaltung war es, die unterschiedlichen Facetten von MMP Interessierten endlich einmal physisch näherzubringen – seien das nun die Grosseltern, die Nachbarn, die kleinen Cousins und Cousinen oder einfach Medienbegeisterte.

Eine interaktive Erkundungstour

Auf einem Rundgang durchs Medienhaus hatten die Besucher die Gelegenheit, diverse herausragende Projekte von MMP-Studierenden aus allen Fachrichtungen kennenzulernen. Los ging’s bei der Ausstellung «Multimedia Produktionen», wo sich Jung und Alt in einer gemütlich eingerichteten Ecke durch Digezz, das digitale Magazin des Studiengangs, klicken konnten – sowohl auf iPads wie auch auf drei grossen TV-Screens mit Touch-Funktion (letzteres brachte auch Studierende und Dozierende zum Staunen). An den weiteren Ständen wurden anschliessend aktuelle Arbeiten aus den Modulen «Visualisieren», «Journalismus» und «Radio» präsentiert. Wer sich v.a. fürs Digitale begeistert, kam ebenfalls auf seine Kosten: «Branded Motion» präsentierte z.B. einen Querschnitt von Arbeiten mit 3D-Animation sowie eine 360-Grad-Kamera, während man im internen TV-Studio Kamerafrau oder -mann spielen konnte. Abgerundet wurde das Programm von diversen Vorträgen und einem Mini-Food-Festival auf dem Vorplatz des Medienhauses.

Ob interaktiver Webcomic oder eine stündige TV-Show: Die auf Digezz vorgestellten MMP-Projekte sind vielseitig. (Bild: Laura Hunold)

Ein voller Erfolg

Organisiert wurde die Veranstaltung von zwei Studentinnen des MMP-Majors «Live-Kommunikation». Sie arbeiteten monatelang daran, ein vielseitiges und interaktives Programm für die Gäste zusammenzustellen. Der Aufwand hat sich gelohnt: Von allen Seiten hört man am Ende der Tour nur positives. «Jetzt weiss ich endlich, was du meinst, wenn du vom ‘Flattern’ sprichst,» meint eine Grossmutter zu ihrem Enkel, bevor sie mit einer Filmklappe gemeinsam vor der Fotoleinwand posieren. Auch die Hochschulleitung ist zufrieden. Jürg Kessler, Rektor der FH Graubünden, stellt sich während seinem Besuch bei allen Helfenden persönlich vor und dankt ihnen für den geleisteten Einsatz. Und auch Studiengangsleiterin Ulrike Mothes ist begeistert. So sehr, dass gewisse, eigens für den Event kreierte Inszenierungen (wie z.B. ein kreativer Workspace) bis auf Weiteres gleich so stehen gelassen werden dürfen.

Und wie steht’s mit der Nachhaltigkeit?

Bei so viel Lob stellt sich die Frage: Was könnte denn noch verbessert werden? «Es wäre so einfach, nachhaltiger zu sein,» meinten mehrere Studierende des Majors. Ein gutes Beispiel sei die aus Holzpaletten bestehende «Digitalhütte», die vergangenen Donnerstag in den späten Abendstunden von den Dozenten Wolfgang Bock und Andrin Egger meisterhaft zusammengeschreinert wurde. Hier hatten die Besucher die Möglichkeit, diverse interaktive Games auszuprobieren. Die von den Holzwänden hängenden Sukkulenten sorgen für den trendigen «Sustainability»-Effekt. So nachhaltig wie das Holzkonstrukt scheint, ist es aber nicht. Die Paletten wurden extra neu eingekauft, obwohl die nachhaltigere Option, gebrauchte Paletten von lokalen Anbietern zu verwenden, gratis gewesen wäre. Immerhin: Die Hütte wird nicht gleich wieder abgebaut, sondern darf für die nächsten Monate im Foyer bleiben.

Doch möglichst grün zu sein, war ja auch nicht der Fokus dieses Anlasses. Dafür findet schliesslich der «Was wäre, wenn?»-Event am 19. November statt. Der «Tag der offenen Tür» hat sein Ziel, das MMP-Studium für Aussenstehende anschaulicher zu machen, jedenfalls voll und ganz erreicht.

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