In jedem Schluck aus einer PET-Flasche schwimmt ein Stück Plastik

Wir nehmen täglich Mikroplastik zu uns: über das Trinkwasser, über die Nahrung und über das blosse Atmen. Gemäss einer WWF-Studie kommen pro Woche bis zu fünf Gramm Mikroplastik in den Körper eines Menschen – das entspricht etwa dem Gewicht einer Kreditkarte. Ob die kleinen Plastikteile schädlich für den Körper sind, ist zwar noch nicht geklärt, die Vorstellung, wöchentlich eine Kreditkarte zu verspeisen, macht aber trotzdem nachdenklich.

Bei Mikroplastik handelt es sich um winzige Teilchen, die kleiner als fünf Millimeter sind. Diese entstehen unter anderem beim Abrieb von Reifen oder Schuhsohlen, beim Waschen synthetischer Textilien oder bei der Zersetzung grösserer Plastikteile. Als Mikroplastik enden diese Stoffe schlussendlich in der Umwelt. Schätzungen zufolge gelangen etwa zwei bis fünf Prozent davon ins Meer, wo der Abfall von Meerestieren aufgenommen wird und über die Nahrungskette zurück zum Menschen gelangen kann. Einen Teil des Plastiks atmen wir ein. Den Grossteil aber nehmen wir über das Trinkwasser auf.

Wasser braucht keine Plastikflasche

Gemäss der NZZ werden in der Schweiz jedes Jahr mehr als 1,6 Milliarden Getränkeflaschen aus PET konsumiert. Weltweit sind es mehr als 480 Milliarden. In einigen Ländern sind Flaschen die einzige sichere Quelle für sauberes Trinkwasser. In der Schweiz fliesst Leitungswasser aber aus dem Wasserhahn, wird meist viel strenger kontrolliert und ist zudem auch noch gesünder. Warum wird Trinkwasser überhaupt in Plastikflaschen abgefüllt? Ein kostenloses Allgemeingut wird so in Geld verwandelt. Nicht nur der Kunde, sondern auch die Umwelt zahlen den Preis dafür – und Grosskonzerne wie Nestlé machen das grosse Geld. Doch das hat Folgen: Forscher haben in Flaschenwasser jetzt Mikroplastik entdeckt.

Stellt Mikroplastik ein Gesundheitsrisiko dar?

Wissenschaftler, die sich damit befassen, sehen es nicht so streng mit der ganzen Sache. Aufgrund begrenzt verfügbaren Informationen scheint Mikroplastik im Trinkwasser bis jetzt noch kein Gesundheitsrisiko darzustellen. Auch wissenschaftliche Hinweise, die von gesundheitlichen Risiken berichten, gibt es bisher nicht. Worin sie sich aber alle einig sind: in der Forschung braucht es mehr und verlässlichere Daten.

Verzicht auf Mikroplastik unmöglich

Dem Mikroplastik kann man nicht entgehen. Er ist überall, und wird es vorerst auch bleiben. Man müsste aufhören zu essen und zu atmen, um ihm gänzlich aus dem Weg zu gehen. Aber das ist schlichtweg nicht möglich. Wichtig ist, dass wir allgemein auf Plastik verzichten und so auch weniger produzieren. Nur so können wir verhindern, dass sich die Partikel nicht noch weiter verbreiten.

Etwas Gutes hat der Mikroplastik aber immerhin: Menschen denken jetzt endlich darüber nach, wie sie Plastik schon im Vornherein vermeiden können. Denn bereits die reine Produktion der Flaschen ist ein ökologischer Irrsinn. 78 Millionen Tonnen Verpackungsmüll aus Plastik entstehen pro Jahr weltweit. Die Weltmeere und ihre Bewohner ersticken am Plastikmüll. Dagegen müssen wir etwas unternehmen!

Was wäre, wenn wir keinen Mikroplastik in unserem Körper hätten?

Wir von easynachhaltig waren schockiert, und wollten dieses gewonnene Wissen an unsere Mitstudierenden weitergeben. Über fünf Tage haben wir an unserer Hochschule heimlich die PET-Container geleert, um den gesammelten Müll dann im Hauptstandort A an der Pulvermühlestrasse zu präsentieren. Die Plastikinstallation hat ihren Zweck erfüllt: Die Studierenden sind mit der Plastikproblematik konfrontiert- und gleichzeitig dazu aufgefordert worden, an unserem Event teilzunehmen.

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