Versauerung der Schweizer Seen und ob wir etwas dagegen unternehmen können

Anlässlich der aktuellen Ereignisse der Friday for Future-Bewegung und den damit verbundenen Demonstrationen werde ich im Folgenden das Thema der steigenden CO2 Emissionen in der Atmosphäre und deren Einfluss auf die Gewässer behandeln. Ziel ist es zu beantworten, ob wir etwas dagegen unternehmen können.

Für die Gewässer hat der Klimawandel weitreichende Konsequenzen, denn die Oberflächentemperatur verändert sich. Zudem erwärmt das vom Menschen ausgestossene CO2 nicht nur die Atmosphäre und Gewässer. Die Seen, Flüsse sowie Weltmeere binden auch erhebliche Mengen CO2 und werden dadurch saurer. Doch was bedeutet das? Spricht man von einer Versauerung des Gewässers, bezeichnet dies die Abnahme des pH-Wertes des Wassers. Verschlechtert sich der pH-Wert von Gewässern, hat dies negative Auswirkungen auf die darin vorkommenden Lebewesen. Kann eine Spezies mit einer entscheidenden Stellung im Ökosystem nicht mehr überleben, so hat dies weitreichende Folgen für das gesamte Ökosystem.

Die Bewässer und ihre Bewohner sind in Gefahr.

Ansätze zur Verbesserung der Wasserqualität von Schweizer Seen wurden seit den 1980er Jahren verfolgt. Daraufhin hat sich die Qualität stark verbessert. Dabei konzentrierte man sich auf den Ausbau von Abwassersystemen. Ein grosses Problem heute jedoch ist die Agrarwirtschaft: Die damit verbundene Düngung von ufernahen Ackerflächen schädigt die Wasserqualität der Seen.  Doch auch andere Schadstoffe beeinträchtigen die Wasserqualität: Öl, Gas oder Kohle entstehen bei der Verbrennung von Brennstoffen und der Abfallwirtschaft. Sie dringen entweder direkt oder über die Luft in die Gewässer oder sickern in den Boden und damit auch in das Grundwasser ein.

Auf diesem Bild erkennt man Steine am Ufer – ein sogenannter «Uferschutz», der die Schadstoffe der Agrarwirtschaft vom Gewässer fernhalten soll.

Die Lösung für eine verbesserte Qualität unserer Gewässer ist weder einfach noch kurzfristig, denn der Schadstoffausstoss muss beim Verursacher unterbunden oder verringert werden, das heisst in der Industrie und in der Landwirtschaft. Was wiederum bedeutet, dass wir als Bürger in erster Linie nicht viel unternehmen können. Klar – abgesehen davon, weniger Autozufahren, auf Flugreisen zu verzichten und einen CO2 bewussten Lebensstil zu führen. Doch um die Schadstoffausbreitung langfristig einzudämmen, müssen wir uns für den Gewässerschutz engagieren.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass externe Faktoren, wie die nachhaltige Landwirtschaft und die reduzierte Verbrennung von Brennstoffen eine positive Veränderung der Ökosysteme in den Gewässern bewirken können. Nichts desto trotz müssen sie ihre Funktionen für Mensch, Tier und Pflanzen erfüllen.

Was bedeutet das für die nächsten Schritte des Schweizer Gewässerschutzes? Wichtig ist es weiter technische Lösungen sowie eine Zusammenarbeit aller Akteure auf wirtschaftlicher, ökologischer und politischer Ebene zu schaffen. Der momentan eingeschlagene Weg zur Aufwertung und zum Schutz der Gewässer soll bewahrt werden. Nicht ausser Acht zu lassen ist der Einflussfaktor der Agrarpolitik, welche ebenfalls als Mitspieler fungiert. Langfristig sollen in der Schweiz Gewässer mit guter Wasserqualität und Biodiversität erhalten bleiben.

Mach mit auf aquaviva.ch!

Von Lea Zehnder

One thought on “Versauerung der Schweizer Seen und ob wir etwas dagegen unternehmen können

  1. Liebe Lea
    Im Namen der Nachhaltigkeitskommission der FH Graubünden danke ich für diesen Beitrag zu einem so wichtigen Thema, das sonst nicht so im Fokus steht bei den Diskussionen um ökologische Verantwortung, aber sehr wichtig ist weil die negativen Folgen so weitreichend sind. Weiter so!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.