Bienen ein neues Zuhause geben

Wir Menschen haben einen grossen Einfluss auf die Natur. Wir biegen sie uns so zurecht, wie es uns gefällt. Feuchtgebiete werden trockengelegt, Flächen überbaut und die Natur Stück für Stück zerstört. Es steht kritisch um die Biodiversität der Schweiz. Rund die Hälfte aller Lebensräume und rund ein Drittel aller Tier- und Pflanzenarten in der Schweiz sind bedroht. Besonders stark von dieser Entwicklung betroffen sind Insekten.

Heute sind 75 % weniger Fluginsekten unterwegs als noch vor 30 Jahren. Verschwindet das Summen der Insekten, so verschwindet noch vieles mehr. Ohne Insekten gäbe es keine Früchte mehr und auch viele Gemüsesorten würden verschwinden. Grund dafür ist, dass die Blüten nicht mehr bestäubt werden. Eine Vielzahl von Pflanzen würde von Schädlingen, wie zum Beispiel Blattläusen befallen werden, da keine Insekten diese mehr vertilgen. Das Aufstehen würde nicht mehr von Vogelgezwitscher begleitet werden, sondern von Stille. Denn ohne Insekten gäbe es auch viele Vögel nicht mehr. Diese Entwicklung muss gestoppt werden!

Jeder Einzelne kann etwas dagegen unternehmen. Egal wo und wie du wohnst, ob du nur ein Fensterbrett zur Verfügung hast, einen Balkon oder gar einen Garten. Mit einem Insektenhotel und der richtigen Umgebung bietest du vielen Insekten ein neues Zuhause.

Ein Insektenhotel bietet den Insekten Unterschlupf, eine Überwinterungsmöglichkeit und fungiert ebenfalls als Nisthilfe. Doch damit dein Insektenhotel auch wirklich bewohnt wird, musst du einiges beachten.

Das Insektenhotel sollte in Richtung Süden ausgerichtet sein. Alle Eingänge müssen von Spänen befreit werden, damit die Flügel der Insekten nicht verletzen werden. Harthölzer mit Bohrlöchern und hohle Bambusstängel eignen sich als Nisthilfen für verschiedenste Wildbienenarten. Je nachdem welche Abteile in deinem Insektenhotel verbaut sind, werden andere Insektenarten angelockt.

Viele Wildbienenarten sind bereits ausgestorben, da unter anderem ihre Nistmöglichkeiten immer schlechter wurden. Flächen wurden versiegelt und das Totholz, welches die Wildbienen zum Nisten brauchen, aus den Wäldern und Gärten entfernt. Ein Abteil gefüllt mit Harthölzern und Bambusstängeln darf also nicht fehlen.

In Abteilen gefüllt mit Stroh oder Holzwolle, fühlen sich vor allem Florfliegen, Marienkäfer und Ohrwürmer wohl. Alle drei bevorzugen ein gut isoliertes Abteil zum Überwintern. Florfliegen, Marienkäfer und Ohrwürmer vertilgen Blattläuse in grossen Mengen und sind daher gern gesehene Nützlinge in der Natur.

Ein Insektenhotel allein reicht jedoch noch nicht aus. Es muss auch die richtige Umgebung geschaffen werden. Setze Wildpflanzen, denn diese dienen als wichtige Nahrungsquelle für Insekten. Pflanzen, die sich sowohl für Insekten als auch für dich als Nahrungsquelle eignen, sind: Schnittlauch, Bärlauch, Dill, Salbei, Minze, Zitronenmelisse, Himbeeren, Obstbäume und Gemüse. Dabei ist es wichtig, keine Pestizide zu verwenden. Es können auch Pflanzen gesetzt werden, die schön fürs Auge sind. Dafür eignen sich: Wildrosen, Schlüsselblumen, Gänseblümchen, Löwenzahn, Erika, Klee und noch viele weitere einheimische Pflanzen. Im Allgemeinen kann man sagen: Je wilder, desto besser. Hochgezüchtete Pflanzen, wie zum Beispiel Geranien, nützen unseren Insekten meist wenig.

Damit die Insekten bei dir ein richtiges Paradies vorfinden, solltest du den Insekten zusätzlich eine Tränke hinstellen. Dazu kannst du einen Teller, eine Schüssel oder einen Blumenuntertopf verwenden. Damit die Insekten nicht Gefahr laufen, in deiner Tränke zu ertrinken, lege einen oder mehrere Steine hinein.

Das Insekten-Paradies ist nun vollendet und schon bald wirst du auf deiner Fensterbank, deinem Balkon oder in deinem Garten Insekten begrüssen dürfen und ihnen somit ein neues Zuhause geben.

Von Mara Eggenberger

Quellen:

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