Openair Frauenfeld

Zero Waste am Festival

Energiegeladene Stimmung, tanzende Leute und mehr oder weniger gute Musik – das macht ein Festival aus. Ob du nun im Büro arbeitest, auf dem Bau oder noch zu den Studis gehörst, am Festival kommen alle zusammen. Doch was auch an grosser Menge zusammenkommt ist der Abfall, im Durchschnitt ca. drei Tonnen. Also was tun? Mit dieser Frage habe ich mich beschäftigt und einen kleinen Festivalguide erstellt. Dieser zeigt wie man zero, oder zumindest sehr wenig Abfall produziert und trotzdem feiern kann.

Zug

1.  Die Anreise

Ihr könnt es euch denken, aber ich schreibe es trotzdem nochmals: Nehmt den Zug! Ich weiss, den Zug zu nehmen hat an sich nichts mit Zero Waste  zu tun aber es ist besser für unsere Umwelt und wir lieben die Umwelt, deshalb nehmt den Zug! In vielen Festivaltickets ist die Zugfahrt inbegriffen und ihr könnt auf dem Weg dorthin schon das eine oder andere trinken oder gute Bekanntschaften machen. Es hat also nur Vorteile.

Handy

2. Das Ticket

In einem Zeitalter, in dem man seinen Einkauf über das Smartphone tätigt und bis nach Hause liefern lassen kann, sollte es auch möglich sein, das Festivalticket auf dem Smartphone mitzunehmen. Ihr alle habt eins, da bin ich mir sicher. Also: Ticket aufs Smartphone laden und Papier sparen!

3. Das Zelt

Wieso? Wieso lassen Leute ihre Zelte einfach auf dem Festivalgelände stehen? Für mich völlig unverständlich. Ich bin Studentin und froh um jeden Rappen, den ich am nächsten Festival sparen kann. Es würde mir nie einfallen, ein völlig intaktes Zelt stehen zu lassen. Falls dein Zelt kaputt ist und nicht mehr reparierbar, dann bring es zur Abfallstation. Ein fehlender Hering macht dein Zelt allerdings noch lange nicht zu einem kaputten Zelt. So oder so, man lässt das Zelt nicht einfach an Ort und Stelle stehen. Das gleiche gilt für Pavillons. 

4.  Die Kleidung

 «As Openäir St.Gallä goht mor nöd wägä dä Musik, sondärn wägä dä guätä Stimmig» Zitat Laura B., 22 Jahre, Ostschweizerin. Laura hat recht, man geht nicht wegen der Musik und auch nicht wegen dem schönen Wetter, sondern wegen der Stimmung. Wenn man aber im Voraus weiss, dass das Wetter nicht gut sein wird, könnte man schon vorab seine Regenjacke mitnehmen. Für diejenigen, die aber jedes Jahr aufs Neue so tun als hätten sie 0.0% mit dem Regen gerechnet und sich dann eine gratis Pelerine aus Plastik bei einem Stand holen: Shame on you! Denkt doch das nächste Mal bitte an eine Regenjacke. 

Essen

5. Das Essen

Zugegeben ich bin ein Food-Lover. Ich liebe das Essen und ich liebe es, dass es an Festivals so viel Auswahl gibt. Der Berg von Plastikabfall, der durch dieses Essen entsteht, liebe ich aber nicht. Deshalb nehmt euer eigenes Geschirr mit. Es gibt Besteck und Teller aus Holz oder Alu, das wiederverwendet werden kann. Es stimmt, man muss dieses Besteck abwaschen aber eventuell lernt man beim Abwaschen noch nette Leute kennen. Verwendet allerdings nur Abwaschmittel, das ökologisch abbaubar ist. Das Gleiche gilt übrigens für die weiteren Hygieneartikel. Und hier noch ein kleiner Tipp von Food-Lover zu Food-Lover: Wenn ihr mit eurem eigenen Teller bei den Ständen Essen holt, bekommt ihr meistens mehr, weil sie die Grösse eures Tellers nicht so gut einschätzen können. Eine andere Variante wäre: Selfmade. Es ist easy Gerichte vorzubereiten und mitzunehmen. Für diejenigen, die gerne etwas bräteln oder sonst kochen wollen, habe ich ein super Gadget: Der Sturmkocher. Er besteht aus Edelstahl und funktioniert mit Holz. Den dürft ihr auf die meisten Festivalgelände mitnehmen. Preislich ist er mit ca. 50 Franken etwas teurer, allerdings kann man ihn auch einige Jahre behalten. 

6. Die Getränke

Was wäre ein Festival ohne Alkohol? Auf jeden Fall nur halb so lustig. Leider entsteht durch den Konsum von Getränken sehr viel Plastikabfall. Deshalb Sparfüchse aufgepasst: Nehmt einfach eure eigenen Getränke mit. Füllt sie in Alu Kanister oder Glas, falls Glas auf dem Gelände erlaubt ist, und nehmt sie mit rein. Alternative wäre, dass ihr einen Bambusbecher mitnehmt. Der ist auf jedem Gelände erlaubt und ihr könnt ihn bei allen Ständen immer wieder auffüllen lassen. 

Das Wichtigste aber: Geniesst es und macht ordentlich Stimmung am Festival. Feiert, habt Spass und sammelt tolle Erinnerungen. Wer weiss, eventuell sieht man sich ja mal an einem Festival, dann stossen wir mit unseren Bambusbechern an!
Cheers.

Von Anja Wetli

Quellen:
https://www.fm1today.ch/oasg/so-hinterlaesst-du-am-festival-keine-spuren-135181008
https://www.aroma.ch/muell-prozent-abfall

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