«2nd Life» – ein zweites leben für Postfahrzeuge

Wie fleissige Bienchen düsen tagtäglich unsere Pöstler in ihren quietschgelben Elektrofahrzeugen von Briefkasten zu Briefkasten. Dank Elektroakku ganz still und leise. Was passiert aber mit so einem Fahrzeug, wenn die Batterie einmal ihre volle Leistung verliert? Wird gleich recyclet?

Quelle: KYBURZ Switzerland AG

Neben unserem «EasyNachhaltig» Blog setzt auch die «Schweizerische Post» auf Nachhaltigkeit nach den Sustainable Development Goals. Deshalb nutzen sie die Elektroroller Typ DXP von der Firma «Kyburz». Die Elektrodreiräder laufen mit sogenannten LFP Akkumulatoren – Lithium-Eisenphosphat Akkus. Sie sind ähnlich wie die Akkus in herkömmlichen Elektroautos mit dem grossen Unterschied, dass anstatt dem gefährlichen Kobalt, wie in einem älteren Beitrag erwähnt, Eisenphosphat verwendet wird. Nach 10 Jahren Betrieb sind sie für die Einsatztouren nicht mehr leistungsfähig genug. Die Akkus besitzen dann noch rund 80% ihrer Speicherkapazität. Zum wegschmeissen bzw. recyclen noch viel zu schade! «Die Post» schickt die meisten ihrer alten Fahrzeuge zurück zu «Kyburz». Das heisst: Es ist Zeit für das «Second-Life Projekt»:

In Freienstein geht es dann ans Eingemachte. Die ausgedienten gelben Dreiräder werden erst auf Herz und Nieren geprüft, um darauf die Leistung des Akkus zu testen. Das mit der Speicherkapazität kann man sich ähnlich wie bei einem Handyakku vorstellen: Nach mehrjährigem Aufladen merkst du, dass dein Handy immer schneller leer wird. Die Speicherkapazität sinkt von 100% auf eine tiefere Zahl. Deshalb finden hier die Dreiradakkus mit einer Kapazität zwischen
80 – 90% ein neues Leben. Sie werden für den Privatgebrauch umgesattelt.
Als Privatkäufer kann man sich dann austoben, ob ein wildes Design für den Wald, einen pinken Strich oder doch lieber klassisch weiss. Da darf man sich als Käufer fast alles wünschen. Die ausgedienten Postroller schenken somit neuen Leuten eine Freude.

Einer von ihnen ist Heini Grüebler, pensionierter Dekorateur und Maler. Er erzählt: «Ich mache alles mit meinen Fahrzeugen, brauche sie immer, selbst um zur Bushaltestelle zu fahren. Die Fahrzeuge sind heute sehr wichtig für meine Lebensqualität.» Damit er weiterhin selbstständig wohnen kann, rüstet er sich aus und organisiert sich. Er besitzt sogar mehrere Elektrofahrzeuge mit 45 km/h Geschwindigkeit. In seinem Alter hilft ihm der ehemalige Postroller mobil zu bleiben – auf eine nachhaltige Art.

Heini Grüebler mit einem seiner «Kyburz» Fahrzeuge

Weitere «2nd-Life» Methoden:

Neben dem Umbau der ganzen Dreiräder werden nur die alten Elektroakkus selbst als Hausspeicher verwendet. Dabei wird erneubare Energie wie Solarenergie in den Akkus gespeichert. Sowohl «Kyburz» selbst als auch die «Post» besitzen solche Speicher. Die Weiterverwendung ausgedienter Speicherzellen erhöht die Ressourceneffizienz und Ökobilanz der Akkumulatoren der Elektromobilität allgemein. Diese Methoden sind ein postiver Zukunftsblick für den ganzen Elektromobilmarkt.

Quelle: helion.ch/second-life-stromspeicher

Erst wenn die Speicherkapazität auf 30% fällt, wird so ein Akkumulator rezykliert. Zurzeit arbeitet man an schonenden und nachhaltigen Lösungen, die aber noch in den Kinderschuhen stecken. Wenn du mehr dazu wissen möchtest, empfehlen wir dir unseren Filmbericht zur Nachhaltigkeit von Elektromobilakkus. Dieser wird Anfang Juni auf https://vimeo.com/viktoriastan hochgeladen.

Im Ganzen ist es eine Lösung, die mehreren Parteien eine Freude bereitet und nachhaltig ist. Ich wusste nicht mal davon, dass «die Post» so darauf acht gibt. Auch «Kyburz» verkauft ihre Postwagen bis nach Australien. Einen Schritt in die ökologisch richtige Richtung um CO2 Emissionen zu mindern.

Von Viktoria Stanojevic

Quellen:

https://blog.electrosuisse.ch/second-life-fur-postroller-batterien
https://www.helion.ch/helion-beteiligt-sich-an-der-entwicklung-neuer-second-life-stromspeicher/
kyburz-switzerland.ch
Alle Bilder von Kyburz wurden mit deren Genehmigung verwendet.

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