Neues Leben spriesst aus der Asche

Immer vermehrt wird von Waldbrand-Katastrophen berichtet, welche ganze Ökoregionen zerstören. Was passiert mit den Pflanzen? Wie erholt sich ein Ökosystem und kann es sein, dass ein Feuer auch von positivem Nutzen für eine Waldfläche ist?

Ursachen von Waldbränden

Ein Waldbrand kann verschiedene Ursachen haben. Es gibt Waldbrände, welche durch einen natürlichen Prozess entstehen, zum Beispiel durch einen Blitzeinschlag oder eine längere Trockenperiode. Dann gibt es auch Brände, die durch Brandstiftung oder Fahrlässigkeit ausbrechen. Die häufigste Ursache ist eine weggeworfene Zigarette oder ein Lagerfeuer in Waldrandnähe.

«Weltweit haben nur etwa 4% aller Waldbrände natürliche Ursachen»


Die drei Stufen eines Waldbrandes

Meist entzünden sich zunächst das Gras und das Unterholz. Es kommt zu einem Bodenfeuer oder auch Lauffeuer genannt, welches noch leicht bekämpft werden kann.

Wenn es sich zu einem Lauffeuer auswächst, kann es besonders bei Nadelhölzern auf die Baumwipfel überspringen. Das führt rasch zu einem Kronenfeuer und zu einem rasanten Ausbreiten der Flammen. Kronenfeuer lassen sich deutlich schwerer bekämpfen.

Kronenfeuer entwickeln sich schnell zu einem Totalbrand. Dieser kann so gut wie nicht mehr gelöscht werden.


Folgen für den Wald

Natürlich kommt es auf die Stärke des Feuers an. Ist es lediglich ein Bodenfeuer, nehmen gewisse Baumarten keinen Schaden. Die harte und dicke Rinde, oder sein grosses Wurzelnetzwerk, schützt den Baum.
Bei einem Kronenfeuer ist der Schaden weitaus grösser: Die meisten Baumarten überstehen ein solches Feuer nicht. Bei einem Totalbrand, wie schon der Name sagt, hinterlässt das Feuer eine Aschenwüste. 
Es gibt Ökoregionen, bei welchen Waldbrände für die Erhaltung der natürlichen Flora und Fauna so notwendig sind, wie Sonnenschein und Regen. Das Feuer hilft, den Bestand eines Waldes zu verjüngen und das Unterholz zu lichten, damit neue sonnige Standorte für die Pflanzen geschaffen werden. Von abgebranntem Holz profitieren sogar die umliegenden Pflanzen, denn das tote Holz setzt mineralische Nährstoffe wieder frei. Nach einem Bodenfeuer erholt sich eine Vegetation relativ schnell, denn ein Feuer stimuliert das Spriessen der Wurzeltreiber.

«Weltweit sind 46 % der Ökoregionen auf Feuerbrände angewiesen»

Abbildung 01: gewisse Baumarten benötigen die Hitze eines Waldbrandes als Impuls, damit sich die Zapfen öffnen und die Samen für die neuen Waldgenerationen freisetzen. Durch die nach oben steigende heiße Luft öffnen sich die Zapfen der manchmal über 100 Meter hohen Bäume. Die Samen fallen auf den durch mineralreiche Asche frisch gedüngten Boden und keimen.


Fazit

Grundsätzlich ist ein Brand gar nicht schlimm für die Ökosysteme, es ist ein natürlicher Prozess und viele Regionen sind von dem Feuer abhängig. Aber das grösste Problem liegt bei uns Menschen, die in diesen natürlichen Prozess mit z.B. einem Zigarettenstummel eingreifen oder ein Grillplatz nicht genügend löschen und die Nachglut sich wieder entzünden kann. Solche Brände entwickeln sich oft zu grossen, unkontrollierten Feuern, die ganze Ökosysteme zerstören.  

Von Gertrud Eggenberger

Quellen Text und Abbildung 01: https://mobil.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/161117_Waldbrandstudie_2016.pdf

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