gekauft aber nicht getragen

Das Produktionstempo hat sich in der Modeindustrie in den letzten 20 bis 30 Jahren dramatisch beschleunigt. Kleidungsstücke sind verhältnismässig günstiger geworden und wir tragen sie zugleich weniger lang als früher.

Kaum eine andere Branche bringt in einem derart schnellen Rhythmus neue Produkte auf den Markt, wie die Fashion-Industrie. Grosse Kleiderketten lancieren jährlich bis zu 24 Kollektionen und fördern so eine «Fast Fashion»-Kultur. Zudem werden Kleidungsstücke zu immer billigeren Preisen verkauft. Dieser Konsum geht zu Lasten der Umwelt und all jener Personen, die unsere Kleidung herstellen. Die Modebranche gehört zu den schmutzigsten Industrien weltweit, denn soziale, ökonomische und ökologische Missstände finden sich entlang der gesamten Lieferkette.

Mode ist kein Wegwerfprodukt

Global gesehen, wird weniger als ein Prozent der Materialien unserer Kleiderproduktion wiederaufbereitet. Dies gemäss Erkenntnis der «Ellen Mac Arthur Foundation». Pro Jahr gehen auf diese Weise Materialien im Wert von rund 100 Milliarden Franken verloren. Gemäss der internationalen Bewegung «Fashion Revolution» in Zusammenarbeit mit «Greenpeace», werden 40 Prozent der Kleider nur selten oder gar nie getragen.

In der Schweiz werden jedes Jahr pro Person 6,3 Kilogramm Altkleider weggegeben, wobei zwei Drittel davon noch tragbar wären. Auch die Zahlen zu den Kleidungsstücken in Schweizer Kleiderschränken sprechen für sich. So haben gemäss «Fashion Revolution» Schweizer*innen im Schnitt 118 Kleidungsstücke im Schrank, wobei jedes Jahr 60 neue Stücke dazukommen.

Dabei gibt es mehr als genug vorhandene Kleider. Wer tatsächlich nachhaltig leben will, muss sich fragen, ob er* oder sie* ein Kleidungsstück wirklich braucht. Denn gemäss Laura Tschümperlin, die sich im BAFU unter anderem mit Textilien befasst, ist umwelt- und sozialverträgliche «Fast Fashion» eine Illusion. Wieso kommt nicht auch ein Secondhand-Stück in Frage?

Lass deine Kleider weiterleben!

Man kann die Umwelt schonen und vorhandene Ressourcen nutzen. Kleider länger und öfters zu tragen ist ein super Beitrag zur Abfallvermeidung. Zudem sind Secondhand-Kleider günstiger als neu gekaufte Kleider. Dies gilt besonders für Markenkleider. Wer nicht die gleiche Kleidung tragen will, wie alle anderen, dem sei das Secondhand-Shopping ebenfalls empfohlen. Beim Secondhand-Shopping gibt es keine Garantie, dass man das gewünschte Stück findet. Aber so lassen sich seltene Stücke ergattern, die zum Teil nicht mehr hergestellt werden. Zudem wächst die Auswahl an Läden und Online-Portalen für Secondhand-Kleidung, wobei es auch andere Optionen wie Tauschbörsen oder Flohmärkte gibt.

Secondhand-Kleidung ist ein Statement gegen die Wegwerfgesellschaft. Obwohl es nicht für alle etwas ist, sollte doch jeder dem Secondhand-Shopping eine Chance geben. Damit du nicht noch lange nach Läden suchen musst, findest du unten einen interaktiven Secondhand-Shopping-Guide zum Herunterladen. Dort findest du einige Läden der grössten Städte der Deutschschweiz: Zürich, Basel, Bern, Winterthur, Luzern und St. Gallen.

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Weitere Informationen zum Thema «Secondhand-Shopping» findest du hier.

von Jessica Kottmeyer

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