Porträt von Petra Bättig

Im Gespräch mit Petra Bättig: Eine Forscherin und Politikerin, die sich für eine bessere Welt einsetzt

Wir haben Petra Bättig– Biologin, Dozentin und FDP Politikerin für ein Interview getroffen und sie gefragt: Was sind die Herausforderungen für eine grünere Welt? Was leistet Petra Bättig persönlich dafür und was wünscht sie der nächsten Generation?

Ein öffentlicher Diskurs über gesellschaftspolitische Themen prägt derzeit unseren westlichen Alltag. Klimawandel, Feminismus, Gleichberechtigung und Nachhaltigkeitsthemen sind nur ein kleiner Teil davon. Heutzutage werden diese Themen kontrovers diskutiert und ständig nach neuen Lösungen gesucht. Zu den Lösungssuchenden gehört auch Petra Bättig. Sie setzt sich dafür ein, eine nachhaltige und wissenschaftsorientierte Gesellschaft zu gestalten. Wir sprechen mit ihr über volle Terminkalender, massvollen Konsum und den Wunsch, die Welt zu verändern.

Bereits im Studium interessierte sich Petra Bättig für die Umwelt und die Erde. Die Dinge um sie herum grundsätzlich und in ihrer ganzen Tiefe verstehen zu wollen, treibt sie an. Nach ihrer Dissertation im Bereich Plant Biotechnology arbeitete sie an diversen Projekten mit. Seit 2010 ist sie Dozentin an der ZHAW im Bereich Nachhaltigkeitskommunikation. Für sie ist klar, als Dozentin und Forscherin kann sie ihren Beitrag für eine nachhaltigere Welt nur zur Hälfte leisten: «Ich habe realisiert, dass, wenn ich möchte, dass meine Forschung verstanden und genutzt wird, ich das viel besser umsetzen kann, wenn ich mich politisch engagiere. Das ist eine Möglichkeit, etwas zu verändern».

Seit fast drei Jahren arbeitet Petra Bättig zusätzlich als Abteilungsvorsteherin Soziales im Stadtrat Uster. Als Mitglied der FDP kann sie ihre Ansichten aus der Forschung in die Politik bringen. Der abwechslungsreiche Alltag zwischen Politikerin und Wissenschaftlerin gefällt ihr. Sie betont, dass die beiden Berufsfelder keinen Interessenskonflikt darstellen, sondern sich im besten Fall sogar positiv ergänzen. In ihren Augen ist die Forschung nämlich dafür verantwortlich, Neues herauszufinden, genau hinzusehen und konkrete Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Die Politik wiederrum soll diese Lösungsvorschläge so umsetzen, dass sie gesellschaftlich akzeptiert und verträglich sind. Sie fügt an, dass das Schwierige an der Politik sei, in dem Spannungsfeld aus Gesetzen, gesellschaftlich verträglichen und finanziellen Möglichkeiten zu arbeiten. Schlussendlich geht es aber immer wieder darum, Kompromisse zu finden.

Gerade weil Petra neben der Politik im Bereich der Nachhaltigkeitskommunikation unterrichtet und forscht, ist für sie wichtig, die Bevölkerung über neue Fakten zum Thema Nachhaltigkeit zu informieren. Besonders in puncto Fleischverzehr und dem Verkehr sieht sie Handlungsbedarf. Leider können immer nur punktuelle Veränderungen in Richtung Nachhaltigkeit gemacht werden. Auch hier ist oftmals die Finanzierung das grösste Hindernis, neben der eigenen Motivation für einen nachhaltigen Lebensstil. Trotz dieser Einschränkung gibt Petra Bättig nicht auf. Sie ist sich bewusst, dass sie in einer Position ist, in der sie die Welt mitgestalten kann. «Ich kann etwas bewegen und verändern, das ist eine grosse Chance.» Sie will dazu motivieren, mit mehr Selbstverantwortung durchs Leben zu gehen und sich selbst zu fragen: Warum handle ich aus dieser Überzeugung? Sie ist sich sicher, dass die Veränderung zu einem grüneren Lebensstil aus eigener Überzeugung kommen muss.

Porträt von Petra Bättig
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