Der Gletscherdoktor

Dr. Felix Keller hat bei der Schweizerischen Agentur für
Innovationsförderung (Innosuisse) ein Pilotprojekt eingereicht, mit dem er Schweizer Gletscher retten könnte. Im Forschungsteam mit dabei ist auch die FH Graubünden. Mit seinem Vorhaben könnte der Bündner Glaziologe (Schnee- und Eis-Wissenschaftler) weltweit für Aufsehen sorgen.

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Gletscher haben in der Schweiz eine ganz besondere Funktion. Ich habe das Gefühl, sie seien ein Teil des Herzens von unserem Land. Wenn ich mit den Leuten spreche, habe ich das Gefühl, dass, wenn die Gletscher verschwinden, dann etwas in unserem Land fehlt. Heute findet am Pizol die erste Gedenkfeier für einen Gletscher statt, den man aus dem schweizerischen Messnetz streichen muss, weil er nun so klein ist, dass man ihn nicht mehr richtig messen kann – und deshalb kurz vor dem Sterben ist.

Vor allem in Trockenzeiten sind Gletscher enorm wichtige Süsswasser-Speicher. Mein Name ist Felix Keller, ich bin Glaziologe, im Engadin aufgewachsen und von dem her bemüht, mich für die Gletscher einzusetzen. Gletscher sind heute in der Schweiz in Gefahr, weil der lang prognostizierte Klimawandel nun wirklich eintritt. Das heisst, die Massenbilanz ist nun seit mehreren Jahren negativ. Sie verlieren immer mehr Eis, was nun dazu führt, dass sie sich rasch zurückziehen.

Ich habe eigentlich eine ganz simple Idee, um die Gletscher zu retten. Die Idee kam mir beim Fischen. Ich dachte mir: „Was würde passieren, wenn wir Schmelzwasser – welches im Sommer massenweise anfällt (bspw. der Morteratschgletscher verliert an einem Hitzetag bis zu einer Million Tonnen Eis) – wenn wir das Wasser im Sommer oben behalten würden und im Winter ist es noch genügend kalt, damit wir das Wasser wieder gefrieren lassen könnten?“ Das ist eine Erfindung, welche in der Schweiz in den letzten vier Jahren gemacht wurde. So kann man ohne den Einsatz von elektrischem Strom Schnee erzeugen. Das heisst nur mit Wasserdruck. Man benötigt dafür eine 200m hohe Wassersäule und eine Strahlpumpe, welche den Wasserdruck in Wasser und Luftdruck zerlegen kann. Daraus entstand auch der Kontakt, welcher mir ermöglichen wird, nächsten Januar in Ontario (Kanada) das Projekt an der World-Rotary-Peace-Konferenz vorzustellen.

Das Beste, was wir für die Gletscher tun können, ist, dass wir sie gerne haben. Denn wenn wir sie gerne haben, dann machen wir auch das, was dem Klima gut tut…und da weiss jeder selbst, was er am besten dazu beitragen kann.